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Chronik der Stadt - Teil 1

 

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Bergstadt > Geschichtliches > Chronik 1

Kurze Chronik der Bergstadt Schneeberg

 

2.H.d.12.Jh.

 

Die Waldhufensiedlungen Griesbach, Lindenau und Scheibe werden von fränkischen Bauern gegründet.

 

 

 

um 1200

 

Gründung von Neustädtel. Mit der Zinnseiffnerei beginnt der älteste Bergbau.

 

 

 

Anfang 15. Jh.

 

Neustädtel erhält die niedere Gerichtsbarkeit und das Marktrecht.

 

 

 

1413

 

Die Kirche "Zu unserer lieben Frauen" wird geweiht.

 

 

 

1445

 

Neustädtel erstmals urkundlich als "Stetlin" erwähnt. Schlemaer Bergleute schürfen auf dem Schneeberg nach Eisenerz.

 

 

 

1453

 

Bergbau auf dem Schneeberg urkundlich bezeugt. ("Alte Fundgrube")

 

 

 

1471

 

Reiche Silberfunde auf dem Schneeberg lösen das "Berggeschrei" aus und führen zur Gründung der Stadt.

 

 

 

1474

 

Ein Palisadenzaun, der sog. "Schranken", wird rings um die Ansiedlung errichtet. Innerhalb des Schrankens werden bald 55, außerhalb desselben 110 Zechen und Fundgruben gezählt. An zwei Stellen befanden sich Stadttore. Später wurden weitere Stadttore errichtet, aus Bruchsteinen gemauert und mit Schindeln gedeckt: Badertor, Zwickauer Tor, Hospitaltor, Hartensteiner Tor und Lößnitzer Tor. Silberfunde in den Neustädtler Gruben "Heilige drei Könige" und "St. Katharina Neufang"

 

 

 

1477

 

Herzog Albrecht legt den Grundstein zur ersten steinernen St. Wolfgangkirche. Der Herzog speist in der Fundgrube "St. Georg" an einer Silberstufe, die 80000 Gewichtsmark Feinsilber erbracht haben soll - eine für die damalige Zeit unvorstellbar hohe Summe.

 

 

 

1479

 

Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht verfügen die erste Berg- und Stadtordnung. Der Berg- und Stadtrichter wird jährlich neu gewählt.

 

 

 

nach 1480

 

In Niederschlema wird von der Mulde aus mit dem Bau des Markus-Semmler-Stolln begonnen (Entwässerungsanlage).

 

 

 

1481

 

Schneeberg wird das Stadtrecht mit den Privilegien einer freien Bergstadt verliehen. Über Jahrhunderte bestimmt der Bergbau die Entwicklung und die Geschichte der Stadt. Schneeberg erhält nach nur zehn Jahren seit der Gründung das Stadtrecht. Nach Beendigung der relativ kurzen Silberbergbauphase kam der Förderung und Verarbeitung von Kobalterz dabei bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die größte Bedeutung zu. Kobalterz war Grundlage für die berühmte kobaltblaue Farbe, die u. a. für Meißner Porzellan verwendet wurde. Die Schneeberg - Neustädtler Bergbaulandschaft zeugt heute noch von der Bergbauvergangenheit der Stadt.

 

 

 

1483

 

Die Münzstätte wird von Zwickau nach Schneeberg verlegt.

 

 

 

1483-1485

 

Der Filzteich wird als eine der ersten Talsperren Sachsens angelegt. Er dient der Brauchwassergewinnung für die Neustädtler Gruben - er diente ausschließlich bergbaulichen Zwecken. Heute ist der See ein beliebtes Naherholungszentrum. Gründung der städtischen Lateinschule (1485).

 

 

 

1493

 

Um der wilden und planlosen Bautätigkeit Einhalt zu gebieten, wird dem Stadtrichter vom Bergmeister die „Hofstätte Räump und Gärten“ verliehen, Schneebergs erste Bauordnung.

 

 

 

1494

 

Die Schneeberger Groschen, „Schnieber“ oder „ZInsgroschen“ genannt, werden geprägt.

 

 

 

1495

 

Griesbach muss die Hälfte seiner Flur an Schneeberg abtreten.

 

 

 

1496 - 1498

 

Die Schneeberger Bergleute wehren sich erfolgreich gegen geplante Kürzungen ihres kargen Häuerlohnes. In Erinnerung und Würdigung dieser historischen Ereignisse wird heute noch alljährlich am 22. Juli der Schneeberger Bergstreittag durchgeführt mit Bergparade, Berggottesdienst und Abschlusskonzert.

 

 

 

um 1500

 

Die reichen Silbervorkommen sind weitgehend abgebaut. Der Bergbau auf Wismut und Kobalt im Schneeberg-Neustädtler Kobaltfeld gewinnt an Bedeutung.

 

 

 

1516

 

Grundsteinlegung für einen größeren Kirchenneubau, ebenfalls St. Maria und Wolfgang geweiht. Baumeister Hans von Torgau, später Fabian Lobwasser.

 

 

 

1523

 

Die Stadtviertel (seit 1471 bestehend) erhalten feste Bezeichnungen: „Fundgrubenviertel“, „Kirchenviertel“, „Mühlviertel“ und Hospitalviertel“. Die so genannten Viertelsmeister waren dem Stadtrichter unterstellt.

 

 

 

1529

 

Gründung des Hospitals.

 

 

 

1533

 

Ende der Doppelherrschaft durch Ernestiner und Albertiner. Die Stadt geht an Kurfürst Johann über; die Reformation setzt sich durch.

 

 

 

1534

 

Schneeberg erhält das erste Stadtwappen. Der Entwurf stammt von dem Schneeberger Maler Wolfgang Krodel d.Ä.

 

 

 

1539

 

Übergabe des aus der Wittenberger Werkstatt von Lucas Cranach stammenden Flügelaltars an die St. Wolfgangskirche

 

 

 

 

 

 

1540

 

Fertigstellung der St. Wolfgangskirche, die mit 61x27x19 Metern zu den größten Gotteshäusern in Sachsen gehört.

 

 

Frühester Hinweis auf planmäßigen Kobalterzabbau im Bereich der späteren Fundgrube „Gesellschaft“.

 

 

 

1543

 

Stadtbrand. Das im Bau befindliche Rathaus übersteht den Brand.

 

 

 

1527 - 1549

 

Errichtung des ersten Schneeberger Rathauses. Dieses prunkvolle Rathaus fiel dem großen Stadtbrand von 1719 zum Opfer und wurde danach neu errichtet.

 

 

 

um 1550

 

Die Dörfer Mühlberg und Rosenthal stehen unter der Rechtssprechung des Rates, gehören aber nicht zur Stadt.

 

 

 

1556-1559

 

Der Floßgraben wird angelegt.

 

 

 

um 1562

 

Anfänge der Spitzenklöppelei, zusätzlicher Broterwerb der Bergmannsfrauen.

 

 

 

1563

 

Kurfürst August kauft Neustädtel und ordnet es der Herrschaft Schwarzenberg zu.

 

 

 

1665

 

Die Stadt Schneeberg erhält von Kurfürst Johann Georg II. das Bürgermeisterprivileg und das heute noch gültige Stadtwappen verliehen.

 

 

 

1567-1575

 

Bau der Hospitalkirche

 

 

 

1574

 

Die Chronik des Petrus Albinus erscheint.

 

 

 

1579

 

Das Rathaus wird vollständig fertiggestellt. Im Untergeschoss befinden sich Ratswaage, Apotheke, Steuereinnahme, Wohnung des Waagemeisters und Salzschank; im Obergeschoss Beratungs- und Prunkzimmer, Rats- und Gerichtsstube, Bergamt, kleiner und großer Tanzboden. Eine „Öffentliche Trinkstube“ besteht seit 1536.

 

 

 

1599

 

Das schlimmste Pestjahr für die Stadt Schneeberg: innerhalb von 5 Monaten sterben 508 Einwohner.

 

 

 

1615

 

Die Druckerei von Nikolaus Strauß, eine der frühesten des Westerzgebirge, entsteht in Neustädtel.

 

 

 

1633

 

Kriegsgreuel durch Holksche Truppen: Häuser und Bergwerke werden zerstört, die St. Wolfgangskirche ausgeraubt, 50 Bürger werden ermordet, darunter der Kirchner Andreas Horlemann und der Stadtrichter.

 

 

Schneeberg verliert im 30-igjährigen Krieg die Hälfte seiner Einwohner.

1635

 

Die Straußsche Druckerei wird in den Kriegswirren zerstört.

 

 

 

1649

 

Der 1633 geraubte Cranachsche Flügelaltar kehrt nach langwierigen Verhandlungen aus Böhmen zurück.

 

 

 

1665

 

Die Stadt erhält von Kurfürst Johann Georg II. das Bürgermeisterprivileg und ein neues Stadtwappen.

 

 

Anstelle von drei Stadtrichtern sollen künftig zwei Bürgermeister, welche alljährlich in der Regierung wechseln, die Geschicke der Stadt leiten.

 

 

 

1673

 

Turmsingen seit diesem Jahr nachweisbar.

 

 

 

1684

 

Die erste Chronik von Christian Meltzer erscheint.

 

 

 

1692

 

Einrichtung einer regelmäßigen Post, zweimal wöchentlich nach Leipzig.

 

 

 

1700

 

Heinrich Fulde kauft die von Christian Pfützner 1679 gegründete Druckerei, hier werden später u.a. die Schneebergische Bibel und Meltzers Chronik hergestellt. Der Betrieb bleibt bis ins 19. Jh. im Familienbesitz.

 

 

 

1708

 

Die Hauptwache auf dem Fürstenplatz wird erbaut.

 

 

 

1714

 

„Extra-Post“ nach Nürnberg, ebenfalls zweimal wöchentlich.

 

 

 

1715

 

Schneeberg wird Garnisonsstadt (Anspachsches Infanterieregiment Graf von Costel).

 

 

 

1716

 

Christian Meltzer gibt die „Historia Schneebergensis Renovata“, die zweite, verbesserte und umfangreichere Stadtchronik heraus.

 

 

 

1719

 

Der große Stadtbrand vernichtet das Stadtzentrum, das danach im Stil des Barock neu aufgebaut wird.

 

 

 

1720-1723

 

Das Rathaus wird auf den alten Grundmauern im Barockstil wiedererbaut. Das Gebäude besitzt ein Mansardendach, einen schlanken Turm mit Barockhaube. Im Haus sind auch Wache und Gefängnis untergebracht.

 

 

 

1725-1726

 

In diesen Jahren entsteht ein Großteil der barocken Bürgerhäuser am Markt.

 

 

 

1730

 

Die ehemals hochgotische Neustädtler Kirche wird umgebaut und erhält eine barocke Innenausstattung.

 

 

 

1744

 

Stadtbrand. 32 Gebäude, nach dem großen Brand von 1719 neuerrichtet, werden ein Raub der Flammen. Betroffen waren der obere Teil der Eibenstöcker Gasse (Jetzt Zobelgasse) und der Frauenmarkt. Ursache war eine Unvorsichtigkeit beim Kaffeebrennen.

 

 

 

1851 - 1852

 

Das Rathaus, das 1849 durch Brandstiftung zerstört wurde, wird in der heutigen äußeren Form wieder aufgebaut (1911/1912 Umbau des Rathauses im Inneren, Stuck- und Kassettendecken-Jugendstil)

 

 

 

1756

 

Zwangsrekrutierung der ledigen Männer durch preußische Husaren.

 

 

 

1762/1763

 

Handelsherr Richter rettet die Stadt vor einer Brandschatzung durch die Preußen, indem er die geforderten 50 000 Taler vorstreckt.  

 

 

 

1771/1772

 

Hungersnot. In Schneeberg sterben 1772 nahezu 1000, in Neustädtel 288 Einwohner. Christian Heinrich Richter lässt auf seiner Halde zur „Alten Fundgrube Hoffnung zu Gott“ von Hunderten Einwohnern einen Garten anlegen und ihn mit einer Steinmauer umgeben, um den Menschen „Brot, Verdienst, Mut und Vertrauen“ zu geben. Kosten: 30 000 Taler.

 

 

 

1783

 

Dammbruch des Filzteichs. Das Unglück fordert in Zschorlau 18 Menschenleben.

 

 

 

1785

 

Goethe erhält keine Erlaubnis zur Besichtigung hiesiger Bergwerksanlagen.

 

 

 

1786

 

In diesem Jahr wird Goethe die Befahrung Schneeberger Gruben genehmigt, u.a. besichtigt er auch den Filzteich.

 

 

 

1803

 

Johann Gottfried Herder besucht die Stadt und arbeitet an seinem Drama „Admetus Haus“.

 

 

 

1805

 

Gründung des ersten Industriebetriebes, eine Buntpapierfabrik am Zobelplatz. Im gleichen Jahr entsteht ebenfalls am Zobelplatz die Geitnersche Fabrik zur Herstellung von Metallschmelzfarben.

 

 

 

1810

 

Gründung einer Spitzenklöppelschule

 

 

 

1813

 

Auf Anweisung der französischen Besatzungsmacht muss für 500 aus Russland zurückkommende Kranke und verwundete Soldaten ein Feldlazarett errichtet werden. Die Kranken werden in der Hospitalkirche, im Schießhaus im Richterschen Grundstück und im Brünlasgut untergebracht. 576 Soldaten und Einwohner sterben an Typhus und Wundfieber.

 

 

 

1814

 

Gründung der Schillschen Druckerei.

 

 

 

1830

 

Bildung der Schneeberger Communalgarde (1868 aufgelöst).

 

 

 

1835

 

Auflösung der Lateinschule. In der Folge Gründung städtischer Bürgerschulen.

 

 

 

1838

 

Der erste Teil der Stadtchronik von Carl Lehmann wird gedruckt (Teil 3 erscheint 1840).

 

 

Der Schneeberger Rat lehnt das Ersuchen des Dorfes Mühlberg um einen Anschluss an die Stadt ab.

 

 

Gründung des Stiftes „Marienhof“. Aufnahme verwahrloster Kinder und deren Beschäftigung in der Landwirtschaft. Besteht bis 1874, dann städtischer Landwirtschaftsbetrieb.

 

 

 

1839

 

Eröffnung des Stadtkrankenhauses.

 

 

Während eines Besuches in Schneeberg spielt Robert Schumann seiner Braut Clara Wieck erstmals seine „Kinderszenen“ vor (Gedenktafel am Haus, Zobelplatz 4).

 

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