Bergstadt Schneeberg
 
Variante 1 der Floßgrabenwanderung
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Ausgangspunkt der Wanderung ist das Schneeberger Rathaus.

Der Weg führt über den Markt und biegt links am Kaffee "Markteck" vorbei in die Lößnitzer Gasse ein. Er überquert die Ritterstraße, geht über die Gymnasialstraße nach rechts in die Ringstraße und dann nach links die Schlemaer Gasse entlang steil bergab zur Auer Straße. Hier überquert man sie, läuft ein Stück die Straße entlang und biegt dann nach dem roten Ziegelhaus in die Ziegenschleppe ein.

Nun geht es über den Schneeberger Weg" vorbei am Hotel "Sachsenhof" und dem "Kartoffelstübel" nach rechts über den Zechenplatz. Hat man die Brücke der Schlema passiert, biegt man links ab ins Kurzentrum vom Kurbad Schlema.

In den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte sich Oberschlema durch die Entdeckung der weltweit stärksten Radiumquellen zu dem weltberühmten Radiumbad Oberschlema. Kurgäste aus aller Herren Länder fanden sich hier ein, um ihre rheumatischen Erkrankungen auszukurieren. Doch das Kurbad fiel nach dem 2. Weltkrieg dem Raubbau des Uranbergbaues der SAG/SDAG Wismut zum Opfer. Die Kuranlagen sowie der gesamte Ortskern wurden abgerissen und das gesamte Umfeld verwandelte sich in eine wüste Bergbaulandschaft.

Nur wer diese Bilder kennt, kann ermessen was in den letzten 10 Jahren geschaffen wurde, um nach dem Niedergang des Bergbaus in der Region wieder an die Tradition des weltberühmten Radiumbades anknüpfen zu können. Über die geschichtliche Entwicklung kann man sich in der Traditionsstätte (Bergbaumuseum) von Schlema und im Besucherbergwerk "Markus Semmler" (Schacht IIb), der am Wanderweg liegt, informieren.

Auch ein Bummel durch das Kurzentrum und den Kurpark lohnt sich. Hier im Kurpark, an dem kleinen Holzhäuschen (Lichtloch 15 vom Mark-Semmler-Stolln), beginnt der Floßgrabenwanderweg. Der Floßgraben wurde 1556 - 59 angelegt, um Bau- und Brennholz aus dem Gebirge ins Schneeberger Bergbaurevier zu schaffen. Außerdem diente sein Wasser zum Antrieb von Mühlen und zur Brauchwasserbereitstellung für viele Betriebe. Nur mit 70 m Höhenunterschied gelang es das Holz über eine Länge von 15,3 km bis nach Schlema zu transportieren.

Der Floßgraben bekommt sein Wasser aus der Zwickauer Mulde am Rechenhaus bei Bockau und fließt im Kurpark von Schlema über wunderschön angelegte Kaskaden hinab in die Schlema. Zuerst geht es nun durch den Kurpark.

Rechts vom Weg sieht man das Thermalbad, dahinter den 593 m hohen Gleesberg. Über den Planeten-wanderweg, am "Karl-Aurand-Haus", dem Bundesamt für Strahlenschutz, vorbei, erreicht man die Straße nach Niederschlema, die man überqueren muß. Danach führt der Weg durch eine Randsiedlung von Schlema, vorbei an Kleingärten und schönen neuen Einfamilienhäusern.

Auf der linken Seite ist der Blick frei zur gerade neu sanierten Hammerberghalde. Etwas rechts davon erkennt man im Muldental einen Förderturm. Er gehört zum ehemaligen Schacht 371, auf dem bis 1990 noch Uran gefördert wurde. Seine tiefste Sohle lag bei 1800 m und er war damit der tiefste Rundschacht Europas.

Eine weitere große Halde links ist die des Schachtes 366. Bis 1998 wurden alle Gebäude und Anlagen des Schachtes abgerissen. Die Halde wurde saniert und über das Gelände verläuft der neue Autobahnzubringer von Aue zur A 72.

Nun verläßt man das Schlemaer Gebiet und der Weg führt durch schönen Laubwald in Richtung Aue. Kurz vor Aue verläuft der Floßgrabenweg hoch oben über der Schlemaer Talstraße und der Zwickauer Mulde. Das Gelände fällt dadurch links des Weges steil bergab. Bei den ersten Kleingärten von Aue bietet sich dem Wanderer ein schöner Blick auf den Ortsteil Zeller Berg mit einem Kleinod des Jugendstils, der Friedenskirche, und den Spiegelwaldturm bei Bernsbach.

Nachdem man das Sächsischen Gemeinschaftsdiakonissenhaus links hinter sich gelassen hat, überquert man die Bundesstraße B169 von Aue nach Schneeberg. Von hier aus blickt man auf die Kreistadt des Westerzgebirgskreises Aue/Schwarzenberg.

Aue liegt in einem von bewaldeten Höhen umgebenen weiten Talkessel, in dem die Flüsse Schwarzwasser und Zwickauer Mulde zusammenfließen. Bevor man die Hauptstraße überquert, ist gleich rechts eine Bushaltestelle und damit die Möglichkeit, nach Schneeberg zurückzukehren.

Weiter geht es am Stadtrand von Aue entlang. Rechts gibt es einen Tennisplatz und auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Park mit einem sowjetischen Ehrenmal. Hier ist eine weitere Variante die Wanderung zu beenden. Durch den Park kann man in kurzer Zeit das Stadtzentrum von Aue erreichen und von da aus mit verschiedenen Buslinien wieder nach Schneeberg gelangen.
Wer am Floßgraben weiterwandert, befindet sich nun auf einem Teilstück des Europäischen Fernwanderweges "EB" (Eisenach-Budapest).

Durch Buchenwald geht es immer am Rand von Aue entlang bis zum Ortsteil Neudörfel. Hier befindet sich der Rastplatz am "Fluter", an dem der Floßgraben in einer Haarnadelkurve über den Zschorlaubach geleitet wird.

Kurz bevor man den Rastplatz erreicht, trennt sich der Europäische Wanderweg "EB" vom Floßgrabenwanderweg und führt rechts am Waldrand bergan in Richtung Peuschelgüter und über den Gleesberg nach Schneeberg. Hier ist also eine Möglichkeit zurück nach Schneeberg zu wandern.

Wer nun die Wanderung in Richtung Rechenhaus fortsetzen will, überquert mit dem Floßgraben den Zschorlaubach und geht weiter zwischen Gärten und den ersten Häusern von Neudörfel bis zur Straße, die von Aue nach Zschorlau führt. Die Straße wird schräg nach links überquert und man befindet sich wieder auf dem Wanderweg.

Weiter geht es durch den Stadtteil Neudörfel, vorbei an Kleingärten hoch über Aue am Stadtrand entlang. Immer wieder wird der Wanderer mit einem lohnenden Blick auf die Stadt überrascht. Am Ende von Neudörfel beginnt einen Naturlehrpfad auf dem sich der interessierte Wanderer über die einheimischen Gewächse informieren kann. Hat man den Ortsteil Neudörfel verlassen, geht es durch Mischwald zu einer schönen Wald-lichtung. Von hier aus kann man am gegenüberliegenden Berghang links den Auer Stadtteil Eichert und rechts davon die Steinbrüche der Fa. Salzer und der Hartsteinwerke Vogtland sehen.

Tief unten im Tal begleitet den Wanderer die Bockauer Talstraße und die Zwickauer Mulde auf dem weiteren Weg. Jetzt beginnt der idyllischste Teil der Floßgrabenwanderung.
Durch Misch- und Fichtenwald, über wunderschöne Waldlichtungen, vorbei an bizarren Felsen, Waldwiesen und Flußauen geht es immer eben dahin bis
zur Gaststätte "Rechenhaus".

Auf diesem Teilstück befindet sich rechts oben im Wald der Schacht "Bergsegen 3" eine 1956 geschlossene Wolframitgrube.

Auch ein alter Stolln, über einen kleinen Steg zu erreichen, ist zu sehen. Er wurde während der Bauzeit des Floßgrabens aufgefahren, um das anstehende Gebirge zu erkunden.

Vor dem nächsten Rastplatz führt ein schmaler, steiler Trampelpfad hinab zu der, in den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stillgelegten Eisenbahnlinie Aue - Blauenthal. Wer die Anstrengung nicht scheut, findet dort linkerhand eine alte Eisenbahnbrücke über die Zwickauer Mulde mit herrlichem Ausblick ins wildromantische Muldental.
Rechts gräbt sich ein Eisenbahntunnel durch den Berg. Dem aufmerksamen Wanderer wird nicht entgehen, dass sich der Höhenunterschied zwischen Floßgraben und Mulde immer mehr verringert. Das zeigt, dass man das Ziel der Wanderung bald erreicht hat.
An einem letzten Rastplatz vorbei, unter einer schönen Bogenbrücke hindurch erreicht man nun die Gaststätte "Rechenhaus ".

Hier ist der Beginn des künstlichen Wassergrabens. Das während der Bauzeit des Floßgrabens erbaute Rechenhaus diente dem Floß- und Rechenmeister als Wohnung. Als er 1559 einzog, war der Floßgraben fast fertig.
Bereits in dieser Zeit wurde dem "Rechenhaus" die Ausschankgenehmigung erteilt. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich das "Rechenhaus" wegen seiner landschaftlich sehr schönen Lage am vielbegangenen Floßgrabenwanderweg zu einer beliebten, weithin bekannten Ausflugsgaststätte entwickelt. 1997 kauften Schneeberger Investoren das abrißreife Gebäude und bauten es nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder auf. Seit dem Sommer 1999 hat der Gasthof "Rechenhaus" wieder geöffnet und lädt Wanderer, Radler und Heimatfreunde in seine gepflegten Gaststube, in dem gemütlichen Biergarten oder am Kiosk zur Rast ein.

Jeden Mittwoch bleibt die Gaststätte wegen Ruhetages geschlossen.

Vom Rechenhaus aus kann man noch zur etwa 1 km entfernten "Kanzel"(Aussichtspunkt) laufen und den wunderschönen Blick ins Muldental, nach Bockau und nach Blauenthal genießen. Hat sich der Wanderer von der Anstrengung erholt, wird es Zeit an die Rückkehr nach Schneeberg zu denken. Dazu hat man die Möglichkeit mit dem Bus von der Haltestelle "Bockau Siedlung" aus. Über Aue (umsteigen) kann man nach Schneeberg fahren. Die Haltestelle findet man, wenn man über die Brücke geht, links, nach der 2. Kreuzung, an der rechten Seite der Bockauer Talstraße.

Einen schönen, erlebnisreichen Wandertag wünscht Ihnen die Touristinformation der Bergstadt Schneeberg.
 
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